Zahnimplantate: Behandlung über Sofortimplantate bis hin zur Zahnzusatzversicherung
- Geposted am 14. Feb, 2009 in den Kategorien Gesundheit, Sonstiges, Versicherung
Zahnimplantate übernehmen beim Zahnersatz die Funktion künstlicher Zahnwurzeln. Dabei hat sich Titan als Implantatsmaterial bewährt und wird heutzutage bevorzugt eingesetzt. Die besonderen Eigenschaften des Titans sind, neben seiner biologischen Kompatibilität, seine außerordentliche Festigkeit und Belastungsfähigkeit bei sehr geringem Gewicht.
Zahnimplantate werden immer dann vom Zahnarzt oder Kieferchirurgen eingesetzt, wenn natürliche Zähne fehlen, um als Basis für eine Einzelkrone oder Pfeiler für eine Brücke verwendet zu werden; ferner können Implantate als Verankerung für herausnehmbare Teil- oder Totalprothesen dienen. Die Behandlung findet unter lokaler Betäubung statt; falls die nötige Einrichtung sowie Fachärzte für Anästhesie zur Verfügung stehen, kann der Eingriff auch unter Vollnarkose erfolgen.
Es gibt heutzutage über 200 Arten von Implantatsystemen, dabei wird zwischen zwei verschiedenförmigen Implantaten unterschieden: Die zylinder- bis kegelförmigen Ausfertigungen mit oder ohne Schraubgewinde werden in ein rund gebohrtes Loch im Kieferknochen gedreht beziehungsweise gesteckt. Die so genannten Extensionsimplantate sind flach und werden entlang dem Verlauf des Kieferknochens in eine 1 mm schmale Lücke gesteckt. Sie können durch ihren gitterartigen Aufbau auch horizontal vom Kieferknochen durchwachsen werden.
Innerhalb von einem halben Jahr verwächst das Implantat mit dem ihn umgebenden Kieferknochen zu einer sehr belastungsfähigen Einheit („Osseointegration“).
Sofortimplantate werden direkt nach der Zahnextraktion eingesetzt, vorausgesetzt, die Alveole (das Zahnfach) ist vollständig entzündungsfrei. Da bei dieser Behandlungsart das Verlustrisiko zu groß ist, werden bevorzugt verzögerte Sofortimplantationen – 4 bis 8 Wochen nach Zahnverlust – oder Spätimplantationen durchgeführt, falls die Alveole vollständig verknöchert ist.
Ein Nachteil von Zahnimplantaten sind die Kosten, die von gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden. Je nach Aufwand und verwendetem Implantatsystem können sich die Kosten auf ca. 400 bis 1700 Euro pro Implantat belaufen.
Gesetzlich Versicherte haben daher die Möglichkeit, eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen. Vor der Auswahl der Zusatzversicherung sollte man von einem Zahnarzt untersuchen lassen, ob und welche Zahnersatzmaßnahmen in Zukunft vorgenommen werden müssen. Zur Auswahl des geeigneten Versicherungstarifes lässt man sich von einem unabhängigen Versicherungsmakler beraten, da die Leistungen der einzelnen Anbieter sich stark voneinander unterscheiden.
Oft sind nach Implantationen Knochenaufbaumaßnahmen nötig, deren Kosten im Extremfall die der eigentlichen Implantation übertreffen können. Daher sollte überprüft werden, ob die jeweilige Zusatzversicherung auch diese begleitenden Maßnahmen und die Nachsorge abdeckt.
Eine Zahnzusatzversicherung lohnt sich vor allem, wenn in Zukunft mit Zahnverlusten zu rechnen ist, die durch Parodontitis oder Wurzelbehandlungen verursacht worden sind. In der Regel verlangen die Zusatzversicherungen einen aktuellen Zahnbefund vom Antragsteller. Bei sehr schlechtem Zustand des Gebisses können die Prämien teilweise extrem hoch ausfallen, oder man wird von der Versicherung ganz abgelehnt.

Ein Kommentar
indi
15. Aug, 2009
Darum kann man auf eine Zahnzusatzversicherung nicht verzichten, denn man bekommt ind er GKV nur 600 € wieder. Oder man geht ins Ausland.