Afrika Afrika

- Geposted am 14. Feb, 2009 in den Kategorien Offtopic, Sonstiges

Durch renommierte Zeitschriften in höchsten Tönen als “Sensation” angepriesen, ging ich am gestrigen Abend in die “Afrika Afrika” Vorstellung in Mannheim, die trotz Zusatzshows nahezu voll besetzt war.

Die von André Heller 2005 gegründete “Afrika Afrika” Show, um meine Bewertung unüblicherweise vorwegzunehmen, war wunderbar und präsentierte eindrucksvoll die Welt Afrikas  – allerdings nur aus der Sicht eines Laien.

Das Programm wurde doch Tanz, Spiel, Akrobatik, Beweglichkeit und afrikanischem Spaß bestimmt – soweit so gut.

Dort angekommen waren sicherlich 5% der Plätze der reinste Witz, die Pfeiler im Weg, die die Sicht versperrten oder gar am Rand in den oberen Reihen sah man, bei gewissen Vorgängen, wirklich nichts, da eine große Holzhütte den Weg versperrte. Für einen Preis von mindestens 42,00 € bis 79,00 € der reinste Witz. Die Plätze des Weiteren eng auf sich verbiegenden harten Stühlen (Leute im Bereich von 100KG haben wohl keine Chance dort zu sitzen, ich mit ~75KG hatte schon erhebliche Probleme, vor allem, wenn neben dran jemand “breites” Sitz) – die Knie im Rücken, wenn jemand im Alter von über 10 hinter einem sitzt. Für einen Preis von 99,00 € hätte man dann allerdings perfekte Sicht und gepolsterte, breitere bzw. bequemere Stühle haben können.

Die Tanzeinlagen, mögen für einige langweilig gewesen sein, da einfach der Pepp fehlte – meiner Meinung nach, war dies allerdings passend: es ging schließlich darum, die Welt Afrikas kennenzulernen und dazu gehört nun mal der bzw. die Tänze der afrikanischen Kulturen. Hier wurde imposant auf die Lebensfreude, der Künstler, als Repräsentanten der afrikanischen Kulturen, aufmerksam gemacht. Wie eingangs erwähnt fehlte nur einfach der Pepp, so dass eben diese einfach nichts besonderes waren. Als Begleitprogramm allerdings angenehm…

Der biegsame Spinnenmench – nein, nicht Schlangenmensch! – beeindruckte die Zuschauer mit seiner Beweglichkeit und dessen Form: die Form einer Spinne – einer vierbeinigen Spinne aus zwei Menschenhänden und zwei Füßen, die sich authentisch in die Haltung einer Spinne bogen und sich extrem authentisch fortbewegten. Dies hatte ich so bisher noch nie gesehen – wobei ich mich damit auch nicht beschäftigt hatte.

Die Akrobatik der quierlige, kleinen Kraftpakete war akzeptabel aber leider nichts besonderes – oft gesehenes. Extrem starke Leistung der Akteure aber da habe ich schon besseres gesehen.

Der Jongleur der Truppe hatte seine eigene Art zu jonglieren und zwar die Bälle nicht unbedingt nach oben zu werfen sondern fallen zu lassen und auf diese Weise zu jonglieren: originell aber harmlos. Weit besser sind die Sachen aus dem folgenden <a href=”http://www.youtube.com/watch?v=8PWu_T0gBE4″>Video von youtube</a>.

Der Versuch Pepp und Modernität ins Bild Afrikas zu bringen, schlug vollkommen fehl: die Versuche mit Breakdance die afrikanische Kunst auf die moderne Tanzkultur zu übertragen war absolut unpassend. Der Grundkurs Breakdance, den man dort zu sehen bekam, war für Laien vielleicht eindrucksvoll, doch für halbwegs mit Breakdance bewandert, war mehr Witz als Kunst. Der größte Witz – allerdings im positiven Sinne war die zweite moderne Einlage mit einem Basketballspiel, bei dem die Mitspieler allerdings auf einem Einrad standen. Verstärkt mit viel Witz und Musik von Fatman Scoop war die Einlage ganz amüsant, besonders das zum Abschluss stattfindende Seilspringen, bei dem er selbst Seilsprang, während zwei weitere Akteure mit zwei lagen Seilen zusätzlich für Action für den Springer sorgten. Wieder stellt sich aber die Frage ob dies zum Thema “Afrika und deren Kultur” passt.

Ein Highlight der Show war – zumindest laut Applaus – war wohl die Einlage einer kleinen Dame, die mit einem Krug und später einem Tisch auf ihren Füßen, im Liegen, jonglierte und dies im schnellen Tempo und in verschiedene Richtungen.  Als Gelegenheits-Taff-Schauer, kenne ich aber zufällig auch einen deutschen Schrottplatzbesitzer, der just for fun, selbes mit schweren Kühlschränken, an Stelle von 100g Tischen macht. Daher auch recht unspektakulär…

Passend zum Thema Zirkus und Afrika fand ich die afrikanische Version des Clowns, der gegen Ende der Show auftrat. Nichts besonderes aber doch ganz interessant zu sehen, wie so die Afrikaner Ihren Clown geformt haben.

Spaß an Ihrer Arbeit hatten sie zu jeder Zeit, dies sah man stehts in den strahlenden Gesichtern der Akteure, die mit guter Laune auch eine symphatische Atmosphere geschaffen haben.

Allgemein ein recht unterhaltsamer aber maßlos überbewerteter  Auftritt